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Die große Kunst des Loslassens

Loslassen ist zu einem Schlagwort in unserer Zeit geworden. Alle reden vom Loslassen. Politiker, Psychologen und sogar unser direktes Umfeld. Sei es von Gedanken, Menschen, Situationen, Ängsten und vielem mehr. Aber was ist das eigentlich, dieses Loslassen. Wie macht man es? Es gibt zwei Arten des Loslassens. Mit beiden Arten möchte ich mich nun befassen.

Die erste Art des Loslassens bezieht sich auf unsere Vergangenheit. All zu oft, hängen wir in Gedanken bei unserer Vergangenheit. Wie oft denkst Du zum Beispiel an eine verpasste Chance? Wie oft denkst Du an schlimme Zeiten in Deinem Leben zurück? Wie oft denkst Du an eine verflossene Liebe zurück und wie schön es doch mit ihr/ihm war? Wie oft denkst Du an die vertanen Möglichkeiten zurück? Wie oft denkst Du an alte Weggefährten? Wie oft hängst Du mit Deinen Gedanken in der Vergangenheit und kannst sie einfach nicht loslassen?

Ich könnte diese Fragen nun beliebig fortsetzen, aber Du weiß bestimmt jetzt schon auf was ich hinaus will. Solange Du immer wieder Vergangenes in Dein Bewusstsein holst, wird nichts Neues in Dein Leben kommen können. Du wirst immer wieder genau das in Dein Leben ziehen, was Du jetzt gerade erlebst. Es wird sich nichts Wesentliches in Deinem Leben verändern. Und somit auch leider nichts verbessern.

Beim Loslassen geht es allerdings nicht um das Vergessen oder Verdrängen eines Zustandes, einer Situation, eines Problems oder auch irgendwelcher Dinge und Personen. Es geht vielmehr um das bewusste erkennen und freilassen. Und das geschieht am besten in liebevoller Absicht. Solange du mit Wut, Hass oder Angst, also mit starken negativen Emotionen, an eine Situation oder einen Menschen denkst, gibst du noch viel zu viel Energie hinein und es erschwert Dein loslassen. Du solltest Dir also immer erst einmal Gedanken über Deine innere Einstellung zu der bestimmten Situation, Person oder Sache. Wie sehr bist Du emotional verhaftet?

Meiner Meinung nach, gibt es keine größere Kunst als die des Loslassens. Wir alle sind so sehr das Festhalten gewohnt, dass wir es ständig tun. Wir üben es vom ersten Moment unseres Lebens an. Bereits als Baby halten wir die Brust der Mutter fest. Unser erstes Spielzeug wird festgehalten, die Liebe der Eltern, der erste Besitz, egal was es ist. Zwanghaft bemühen wir, alles fest zu halten. Und warum ist das so, warum fällt uns das loslassen so schwer? Loslassen fällt uns deswegen nicht so leicht, weil in jedem Loslassen auch Verlust zu spüren ist. Wir glauben, dass wir all das was wir weggeben, nicht mehr
haben würden und dass es eine Lücke bei uns hinterlässt. Doch ist das denn wirklich so?

Im Loslassen macht uns der Baum vor, wie es funktioniert. Hunderttausend Blätter lässt er los. Aber vielleicht gibt es eine Art Baumbewusstsein, in dem der Baum nur auf diesen Moment des Loslassens wartet. Möglicherweise hat er die Vorstellung, im nächsten Frühjahr Hunderttausendundein neue Blätter zu schaffen. Und so weiß der Baum möglicherweise, dass loslassen auch Wachstum bedeutet. Und aus diesem Bewusstsein heraus, fällt es ihm sehr leicht, altes loszulassen. Manchmal kenne ich das Gefühl des Baumes, seine innere Weisheit:

Ich lasse etwas los und tue dies mit einer großen Freude, weil mir in dem Moment richtig bewusst wird, dass ich Platz mache für etwas anderes, etwas neues, ja vielleicht auch etwas Besseres. Das, was nicht mehr an mir hängt, das was mich nicht beschwert, macht mich frei, für etwas Neues. Das, was ich loslasse, hat seinen Sinn und seinen Zweck in meinem Leben erfüllt und darf nun gehen. Würde ich ihm nachtrauern, lasse ich nicht los, behalte es in meinem Leben und kann und darf nichts Neues erfahren.

Ich denke dann immer an einen Spatziergänger, der durch den Wald läuft um Holz zu sammeln. Er packt sich selbst beide Arme voll. Irgendwann passt nichts mehr auf seine Arme drauf. Aber dann sieht er da am Wegesrand das schönste und prächtigste Stück Holz des ganzen Tages. Also was macht er. Entweder er lässt ein paar andere Stücke Holz los, um sie vielleicht beim nächsten Mal mitzunehmen und hebt voller Freude das prächtigste Stück Holz auf. Oder er kann nicht loslassen und verpasst diese tolle Gelegenheit das beste Stück Holz mitnehmen zu können.

Und was lernen wir daraus? Auch loslassen ist eine Frage DEINER (unserer) inneren Einstellungen. Jeglicher Besitz, Freunde, Mitmenschen, das Wissen, die Gesundheit, unsere Jugend und am Ende - meistens mit hartnäckigem Widerstand – sogar das Leben selbst, wir können und sollten alles loslassen können, mit dem Bewusstsein, dass hinter allem Losgelassenen etwas Anderes, Neues, Größeres, und auch etwas Besseres auf uns wartet. Den schließlich bedeutet loslassen auch Veränderungen. Und wir wissen ja, nichts ist so beständig wie Veränderungen. Also dient loslassen nur dem Prozess des Lebens. Und dann gibt es da noch die zweite Art des Loslassens. Diese bezieht sich auf unsere Wunsch- und Zielerfüllung. Obwohl es eher nach etwas passiven klingt ist loslassen durchaus eine aktive Tätigkeit. Du musst es tun... und du musst es wollen. Du darfst keine Angst davor haben, auch nicht vor den Konsequenzen. Zweifel, Rückfälle und
Ungeduld sind ERLAUBT, solange sie deutlich in der Minderheit sind.

Wenn Du zum Beispiel in ein Restaurant gehst und Deine Bestellung aufgibst, gehst Du ja auch nicht ständig in die Küche und fragst, ob das Essen nun bald kommt. Genauso ist es mit einer Bestellung an das Schöpferische Prinzip oder an das Universum. Je öfter Du nach fragst, desto länger musst Du warten. Denn Nachfragen bedeutet Zweifel. Zweifel bedeutet wiederum nicht genügend Vertrauen zu haben.

Ein anderes schönes Beispiel, welches ich in dem Zusammenhang gerne erzähle ist das Bogenschießen. Hast Du schon einmal einen Bogenschützen beobachtet? Er nimmt seinen Bogen, atmet tief durch, entspannt sich, dann legt er den Pfeil ein und fängt an ihn zu spannen. Er visiert sein Ziel an, er sieht genau vor seinem geistigen Auge, wie der Pfeil gleich das Ziel trifft. Und wenn die Anspannung am größten ist lässt er los. Der Pfeil bohrt sich durch die Luft und Sekunden später hat sich genau das manifestiert, was der Schütze sich vorgestellt, sprich visualisiert hat. Wenn er den Pfeil nicht loslässt, wird er
nie in das Ziel treffen.

Solange Du aber nicht 100%ig vertrauen kannst, werden negative Gedanken (Zweifel) die Ursache Deiner Wirkungen sein. Ersetze also Zweifel durch Vertrauen. Feier auch kleine Erfolgserlebnisse, indem Du Dir vor Augen hältst, dass auch Du alles erreichen kannst, was Du Dir wünschst. Vielleicht trifft der Pfeil nicht gleich die zehn, aber auch eine acht ist doch schon super. Denn wenn es im Kleinen funktioniert, funktioniert es irgendwann auch ganz sicher bei großen Dingen. Es liegt wirklich nur an Dir. Also, wenn Zweifel kommen und Du wieder in die Verlegenheit kommst, zwanghaft zu bemühen, setze Dich ruhig hin, atme tief durch und werde Dir bewusst, dass Du der Schöpfer Deiner Welt bist.

Und wenn das alles nichts hilft, dann gebe Deinen Weg auf. Ich weiß, dass dies ein sehr wagemutiger Schritt ist. Aber bei mir hat es immer funktioniert. Verwechsele aber nicht den Weg mit Deinem Ziel oder Wunsch. Dein Ziel, Dein Wunsch, der bleibt gleich, nur der Weg, wie Du das gewünschte erreichen wirst, verändert sich. Denn nur, indem Du den Weg aufgibst bzw. loslässt, kannst Du Deine Aufmerksamkeit vollständig von der Situation abziehen. Und genau in dem Moment, wo Du einer Situation keinerlei Beachtung mehr schenkst, lässt Du sie auch wirklich los. Es ist plötzlich gleich gültig was passiert.

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